Reisebericht Furre Hytter im Boknafjord vom 08.09.2006 – 16.09.2006

08.09.2006
Nach fast 1 jähriger Planung bzw des Wartens sollte es am 08.09.2006 um 2 Uhr in Richtung Furre Hytter endlich losgehen. Wir mussten einen Tag früher losfahren da am 09.09.2006 die Fähre um 13.45 Uhr ausverkauft war. Die Mitreisenden waren Raller,Ingo, meine Mutter und ich. Abfahrt war wie gesagt 2 Uhr morgens und es ging über die A20 Richtung Hamburg wo wir pünktlich um 4 Uhr an der Raststätte Trave Muttern und Ingo trafen. Als das restliche Gepäck verstaut war ging es weiter Richtung Flensburg bis schliesslich Fährhafen Hirtshals.

Die Fähre sollte um 13.45 Uhr ablegen und wir waren natürlich viel zu früh vor Ort. Für die gesamte Strecke, einschliesslich Pausen, brauchten wir nur 8 Stunden. Als wir nun endlich auf der Fähre waren suchten wir uns schnell die Schlafsessel um eine ruhige Überfahrt zu haben. Die Fähre war am Freitag zu gut wie halb besetzt nur und es somit reichlich Sitzgelegenheiten gab. 19.15 Uhr trafen wir bei schönem Wetter in Kristiansand. Da wir erst nächsten Tag unsere Ferienwohnung beziehen konnten, machten wir uns auf nach Egersund um dort unsere reservierte Zwischenübernachtung aufzusuchen. „TomTom“ neu programmiert und los ging es immer der E39 entlang. Mich als Norgeneuling überwältigte jetzt schon die geile Landschaft Norwegens. Irgendwann nach unzähligen Tunneln meinte „TomTom“ wir sollten rechts abiegen. Wir fuhren erstmal weiter. Dann überlegten wir wenn es nur noch 120 km bis Stavanger sein sollten und wir keine andere Abfahrt mehr Richtung Egersund finden sollten sieht es schlecht aus mit einer Zwischenübernachtung. Also umgedreht und die Abfahrt genommen die „TomTom“ für richtig hält. Im ersten Dorf fragten wir ob es hier nach Egersund geht. Das junge Mädchen nickte bejahend und lächelte dazu. Wir uns nix bei gedacht und weiter gings. Ortsausfahrt kam auch ein Schild Egersund noch 64 km. Wer sagt es denn. Auf „TomTom“ ist verlass sagte ich zu den anderen. Leute ich sage euch, das war eine Strecke. Nicht noch mal. Die ganzen 64 km nur Serpentienen. Hoch und runter und das alles nur mit ca 30 km/h. Manche Strecken waren so eng das nur ein Auto Platz hatte. Meine Mutter wurde bei dem ganzen Gefahre schlecht. Das schlimme an der ganzen Sache ist das wir mittlerweile fast 15 Stunden unterwegs waren und es bereits dunkel wurde. Auf der Rückfahrt stellten wir fest das wir nur ca 30 km hätten weiterfahren brauchten um eine vernünftige Strecke zu fahren. In der Angelanlage erzählte uns ein Norweger das ein Teilstück zwischen Kristiansand und Egersund, also auf der E39, erst vor 2 Wochen neu eröffnet wurde und „TomTom“ somit auch nicht bescheit wissen konnte. Nachts um 22.15 Uhr kamen wir in Egersund an und hauten uns auch gleich in unserer Hütte aufs Ohr. Für 64 Km brauchten wir fast 2 Stunden.

09.09.2006
Pünktlich bei schönstem Wetter ging es um 8 Uhr auf in Richtung Stavanger. Durch Stavanger durch bis zum Fähranleger Hanasand wo die Fähre um 11.50 Uhr zur unserer Insel ablegen sollte. Wir waren da natürlich auch zu früh dort und drehten um bis wir in der nächsten Ortschaft einen Supermarkt ausfindig machten. 3 verschiedene Biersorten wurden gekauft und vor Ort entleert um sich dann für eine Sorte zu entscheiden. Wir empfanden das Hansa Pils für gut und „preiswert“. Wir nahmen nämlich nur die erlaubte Menge an Alkohohl mit. Natürlich wurden wir nicht durchsucht und es kamen Sprüche wie „hätten wir nur etc… „
Aber es war Urlaub und uns waren die 123 NOK für 6 Dosen Bier egal. Insgesamt kauften wir ca 40 Dosen nach.
Mit der Fähre also los und nach 7 Stops waren wir auf unserer Insel und in 5 min in unserer Anlage. Schlüssel entgegengenommen und in unserer Wohnung einquatiert. Die Frau des Chefs fragte uns was wir den für ein Boot gemietet haben. Als ich sagte eine Dieselschnecke lachte sie nur. Mir wurde jetzt schon ganz schlecht was denn nun schon wieder los sei. Cheffe kam nach ca 15 min zu uns und meinte das das mit der Dieselschnecke nicht stimmt laut seinen Unterlagen. Ruhige und vernünftige Diskusionen gingen los bis er schliesslich den Heiko von Fjord Tours ans Handy bekam. Der wollte mich natürlich sprechen was los sei. Ich erzählte ihm alles. Der Chef von Furre Hytter besorgte derweil von einem Bekannten eine Dieselschnecke. Heiko klärte den Rest mit dem Chef am Handy und wir machten eine Probefahrt mit der Schnecke. Ich kann nur sagen das die Dieselschnecke absolut in Ordnung ist und zumindest bei uns top zuverlässig und sparsam lief.
Der Tag sollte mit Vorbereiten der Montagen und einem ruhigen gemütlichen Grillen zu Ende gehen.
Eins noch vorweg. Wir hatten in der gesamten Woche nur blauen Himmel und kräftigen Sonnenschein und Temperaturen um die 21 Grad. Es war zeitweise so warm das wir nur noch im T-Shirt und Jogginghose angelten.

10.09.2006
Nach einem ausführlichen Frühstück verstauten wir all unser Material auf der Dieselschnecke und es ging raus auf den Boknafjord Richtung Norden der Inselgruppe. Dank den beiden Angelguides Björn und Sven die für die Anlage „arbeiten“ hatte ich genügend Tips und Hotspots. Gleich der erste Hotspot brachten reichlich Köhler und ein paar wenige Makrelen für unsere Natürködermontagen. Wir verliessen die Stelle aber rechtzeitig wieder um nicht nur Köhler zu angeln. Der zweite Hotspot entpuppte sich als unsere späteren „Lengwiesen“ Hier fingen wir 2 mittlere Lengs von ca 80 cm einen guten Pollack und einen guten Küchendorsch. Wir fuhren nach ca 4 Stunden zurück in die Anlage um den Fisch zu verwerten und den Tag bei einem leckeren Fischessen zu beenden.

11.09.2006
Gut gefrühstückt und wieder raus zu den „Seelachs und Lengwiesen“ Wieder waren ruckzuck
viele Seelachse in der Kiste. Vor lauter Hektik und Bissen fiel Ingo seine Angel ins Wasser.
Nach kurzer Besonnenheit und tröstender Worte war die gute Laune bei Ingo auch wieder zurück und die Angel vergessen. Raller fing noch einen schönen 89er Leng in 100 m Tiefe. Mehr lief an diesen Tag nicht und wir fuhren zurück in die Anlage. Als die Fische verwertet waren machten wir es uns auf der Terasse gemütlich und lernten 3 ältere Herren aus der Eifel kennen. Es waren sehr nette Leute die uns zu dem einen und anderen Grappa einluden. Es wurde an diesem Abend etwas länger und wir gingen gegen ca 1.30 Uhr ins Bett.

12.09.2006
Diesmal wollten wir unser Glück im Süden suchen. Also fuhren wir los und mussten nach kurzer Zeit wieder zur Anlage zurück um Ingo abzusetzen. Ihm ging es an diesem Tag nicht so gut. Die Nacht zuvor war wohl für ihn ein bisschen zuviel.
Danach sind Raller und ich wieder Richtung Süden raus. Aber außer einem guten Pollak und einem Dorsch ging nix. Wir entschieden uns fürs Makrelenangeln damit wir nächsten Tag genug an Ködern für die Natürködermontagen haben. Innerhalb von einer halben Stunde hatten wir auch genug gefangen um recht früh für diesen Tag zur Anlage zurück zufahren.
Abend sollte dann lecker Steaks und Bratkartoffeln mit selbstgesammelten Pilzen von Muttern auf den Tisch stehen. Früh ging es dann wieder ins Bett.

13.09.2006
Da der südliche Teil vom Vortag nicht so der Bringer war ging es wieder Richtung Norden
zu den „Seelachs und Lengwiesen“ . Und wiedermal waren schnell einige Köhler und 2 Pollaks in der Kiste. Auf Natürköder lief an diesem Tag nix. Einige andere Hotspots wurden noch angefahren aber ergebnislos. Grund genug Ingo ans Werk zulassen. Er brachte seinen Fleischwolf aus Deutschland mit und es gab für alle reichlich selbstgemachte Fischfrikadellen. Einfach nur lecker. Kann ich jedem empfehlen. Es war so reichlich von den Frikadellen da das wir den Rest für nächsten Tag liegen lassen mussten.

14.09.2006
An diesem Tag hatte Raller Geburtstag.Es wurde entschieden das wir den westlichen Teil der Inselgruppe ansteuern wollten.
Wir versuchten es ausschließlich auf Natürköder unser Glück. Für Ingo ein toller Erfolg. Er fing einen guten Leng und einen sehr guten Pollak den ich bis dato so noch nie gesehen habe. Petri Heil sag ich da nur. Der machte an der Angel richtig Ballet. Spätestens bis dahin war seine verlorene Angel Geschichte. Wir haben es leider versäumt den Pollak zu messen und zu wiegen. Aber die Bilder sprechen für sich denke ich mal. Es ging zurück in die Anlage um Rallers Ehrentag noch zu begiessen. Am späteren Abend kam der Chef von der Anlage und schenkte uns ein volles Tablett Garnelen und gefüllten Krabben. Lecker. Es flossen noch einige Schnäpschen und es ging ab ins Bett.

15.09.2006
Der letzte Angeltag brach an. Wir wollten den Tag ruhig angehen lassen. Erst nach dem Mittag ging es Richtung Norden wieder raus. Es dauerte einige Zeit bis die ersten Köhler bissen. Ich montierte noch einen nagelneuen 250 gr Pilker und scherzte was seine 9 Euro wohl noch bringen werden. Nach kurzer Zeit bog sich der Blank und es kam ein für mich sehr guter Lump an die Oberfläche. Knapp 5 Kilo brachte er auf die Waage und kurze Zeit später noch ein kleinerer Leng. Der Pilker lohnte sich also doch. Danach ging gar nichts mehr und wir fuhren gegen 16 Uhr zurück. Die Fische wurden verwertet und abends wurde lecker gegrillt. Unsere netten Nachbarn spendierten für den letzten Abend noch Grappa und ein 5 liter Faß Köstritzer Schwarzbier. Besser kann man wohl den Urlaub nicht beenden.

16.09.2006
6 Uhr wurde aufgestanden und gefrühstückt. Taschen wurden gepackt und im Auto verstaut.
Mit der 8.30 Uhr Fähre ging es wieder Richtung Hanasand um über Stavanger nach Kristiansand zugelangen. Im übrigen hatten wir Glück und sparten auf der Hin und Rückfahrt die letzte Maut zwischen Stavanger und Hanasand. Die Mautstellen waren geschlossen und somit konnten wir die Mautgebühren in Bier umsetzen. Gegen 15.30 Uhr waren wir in Kristiansand und mussten uns die Zeit bis 19.15 Uhr vertreiben. Als die Autos auf die Fähre durften, sah man schnell das die Fähre sehr voll sein wird. Kaum auf der Fähre rannte ich hoch auf Deck 9 um 4 Schlafsessel noch zu ergattern. Aber Schreck alle Sessel belegt. Was nun? 4,5 Stunden irgendwo auf dem Fußboden liegen hatten wir auch keinen Bock. Also schnell noch 2 Kabinen gemietet. Kaum hatten wir den Hafen verlassen merkte man schon das es eine sehr unruhige Rückfahrt werden sollte. Mit schlafen in den Kojen war da nix. Mächtiger Seegang machte es unmöglich das wir in Ruhe einschlafen konnten. Klamotten wieder an und an die frische Luft um zu schauen was los ist. Mächtiger Seegang brachte die Fähre ordentlich ins schaukeln. Die Crew musste auf der gesamten Fähre Kotztüten nachlegen. Teilweise waren Wellenberge von guten 4-5 Metern bei. Später erfuhr ich aus dem Seewetterbericht das wir Windstärke 8 böhig 9 hatten. Eine Stunde vor Hirtshals beruhigte sich das ganze und alle kamen gesund und müde von der Fähre runter. Der lange Ritt Richtung Heimat begann. Raller und ich wechselten ständig damit keiner am Lenkrad einschlief. Morgend um 8 Uhr kamen wir in Stralsund an und um 9 Uhr lag ich im Bett um bis Mittag ein wenig noch zu schlafen.

Fazit der Reise:

Da ich all die Jahre zuvor immer nach Scandinavien gefahren bin, sprich Schweden und Dänemark, war der Norgeurlaub der schönste. Die Landschaft ist absolut genial und für mich steht jetzt schon fest das es nicht der letzte Norgeurlaub war. Von 3 Anglern verloren wir nur eine Natürködermontage, einen Pilker und eine Angel. Das Bier werde ich immer jetzt in Norge nachkaufen. Auch wenn wir nicht kontrolliert worden sind ist es entspannter am Zollbeamten vorbei zufahren.
Das mitgenommene Echolot Eagle Cuda 168 ist völlig ausreichend bis 150 Meter. Nur der Geber mit dem Saugnapf hält nicht auf Holzrümpfen. Mit einer kleinen Stange und einer Schraubzwinge ist dies Problem schnell gelöst. Die gemietete Dieselschnecke lief zuverlässing und macht ausreichend Fahrt. Verbraucht haben wir in einer Woche ca 13 liter Diesel nur. Super Glück hatten wir natürlich mit dem Wetter aber es kann ja auch anders aussehen wie die meißten von euch wissen. Fjord Tours hat super schnell mit uns zusammengearbeitet auch wenn das mit der Dieselschnecke nicht so gleich klappte.

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